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Businessplan mass customization

Heute paar Worte zu den mass customization Geschäftsmodellen, die aktuell bereits online sind oder demnächst noch an den Start gehen werden. Mass Costomization klingt zwar kompliziert, bedeutet aber nix anderes als individuelle Massenfertigung. Damit der Businessplan am Ende aufgeht, müssen die Vorteile einer Massenproduktion (Skaleneffekte, Automatisierung usw.) mit einem individualisierten, auf den Kunden angepassten, Produkt kombiniert werden. Ein typischer Vertreter dieses Ansatzes ist spreadshirt.

Nun gibt es aktuell einige StartUps, welche auch ihr Glück mit diesem Businessplan versuchen. Bei mymuesli ist es Müsli, bei zuckr ist es Kaffee und bei fabidoo sind es kleine Figürchen, um nur ein paar Vertreter zu nennen. Wie sind nun die Erfolgsaussichten einer solchen Geschäftsidee, denn denkbar wären hier ja 1000te Kombinationen von Massenfertigung und individuellem Produkt, beispielsweise im food Bereich? Aus meiner Sicht nur so hoch, wie es dem Anbieter gelingt, sich am Bedürfnis des Kunden zu orientieren. Und dieser befriedigt sein Bedürfnis nach individueller Kleidung eben nicht nur über ein T-Shirt, sondern ggf. über seine gesamte Kleidung. Spreadshirt geht deshalb nun auch denn Weg von der "T-Shirt Bude" hin zum "your own Label" Anbieter.

Und gleiches gilt für Ansätze im food Bereich, denn welcher Kunde möchte auf Dauer sein individuelles Müsli oder seinen individuellen Kaffee oder seine restlichen individuellen Lebensmittel bei verschiedenen Anbietern bestellen und sich liefern lassen. Transaktionskosten ist hier das Stichwort, und das nicht nur aus Hersteller- bzw. Handelssicht, sondern auch aus Sicht des Kunden. Der findet es jetzt vielleicht noch ganz lustig, sich nur sein Müsli zu mixen und zu bestellen, auf Dauer tragfähig wird der Businessplan aber nur, wenn der Kunde in der Lage ist ein umfangsreiches, individuell angepasstes food Sortiment aus einer Hand zu bekommen.

Aber damit noch nicht genug der Herausforderungen. Ein weiterer elementarer Punkt bei einer Existenzgründung mit diesem Geschäftsmodell ist der Vertrieb. Massenfertigung erfordert Massenvertrieb. Spreadshirt nutzt dafür seine ca. 200.000 Shop`s, die als "Vertriebsmannschaft" eingebunden sind. Im Sinne der Transaktionskosten wollen diese Vertriebler aber zukünftig auch mehrere individuelle Produkte von einem Anbieter gebündelt an den Kunden bringen. Es gibt also mehrere Massenhersteller individueller Produkte, die über einen Vertrieb an den Kunden gebracht werden. Was nicht unbedingt bedeutet, dass der Vertrieb wie im klassischen Handel auch die Lieferfunktion übernimmt. Die Funktion des Handels kann oder wird sich hier teilweise rein auf die Vermittlungsfunktion reduzieren und Bezahlung, Lieferung, Support usw. beibt alles beim Hersteller hängen.

Ok, was heißt das für diesen Businessplan für die nächsten Jahre. Aus meiner Sicht wird es zumindest innerhalb eines größeren Sortimentbereiches eine Konzentration geben (statt müsli eben Lebensmittel allgemein, statt T-Shirt`s eben Kleidung allgemein usw.), der Individualismus wird dabei noch mehr als bisher vom Kunde gesteuert werden, es wird eine Konzentration der Anbieter geben, siehe Einstieg der spreadshirt Macher bei mymuesli und wenn die Sache Erfolg hat, werden auch ganz "normale" Dickschiffe im food und nonfood Bereich wie die Metro feststellen, wir haben hier was verpennt und müssen nun reagieren, investieren. Auf 4-5 Jahre gesehen, können also solche scheinbar einfachen kleinen Projekte wie mymuesli richtig gut dabei sein.