Die Gründer des Businessplan Google warnten kürzlich vor einer zu großen Gier nach Nutzerdaten. Grundsätzlich steht laut Brin und Page dabei nicht weniger als der Ruf der gesamten Branche auf dem Spiel und vor allem die "aggressiven" Versuche sozialer Netzwerke, das Nutzerverhalten für eine gezielte Werbevermarktung zu analysieren, kann den mühsam aufgebauten Ruf der Branche schädigen. Dies wurde vergangene Woche am Rande einer Konferenz in Großbritannien so gesagt und grundsätzlich Verständnis für die wachsende Besorgnis in Datenschutzfragen geäußert.
Wie geschrieben: Mit dem Finger zeigen die Google-Macher dabei vor allem auch auf soziale Netzwerke und die dort verfügbaren Informationen. Diese könnten noch Jahre später Schaden anrichten und auch andere Internetanbieter trügen zur steigenden Sensibilität der Bevölkerung in diesen Fragen bei, so Brin und Page. So ist es völlig richtig, dass es bei der Auswertung von Suchmaschinendaten "eine Menge Dinge gibt, die man auf eine unheimliche Art machen kann, die den Leuten irgendwie Angst machen".
Die Sorge von Brin um die Bedenken der Internetnutzer dürfte vor allem Datenschützer in Europa „zu Tränen rühren“. Diese haben den Businessplan des weltweit führenden Suchmaschinenbetreibers wegen seiner Datensammelwut nämlich auch längst im Visier und aus dem „alten Europa“ kam neulich sogar der Ruf nach einer Zerschlagung des Internetkonzerns. Autoren einer Studie aus Österreich formulierten es in einer Studie so: "Google wirft den Schutz der Privatsphäre auf dem Müllhaufen der Geschichte". Dass Google nun den großen Datenschützer gibt, hat schon eine gewisse Ironie, jedoch kann der Konzern als große „Verbrauchermarke“ gar nichts anders machen, als gebetsmühlenartig das Thema Sicherheit auf den Plan zu rufen. Derartige Firmen sind schon vom Grundsatz her vor allem auf das Verbrauchervertrauen angewiesen.