Die Organisationsreform der gesetzlichen Unfallversicherung, die für viele Unternehmer und diejenigen, die Ihren Businessplan demnächst umsetzen wollen, höhere Beiträge zur Folge haben wird, nimmt Gestalt an. Man kann etwas polemisch sagen, dass es nach über einjähriger Debatte auch Zeit wurde, das Ergebnis jedoch Bände spricht. Es werden aller Voraussicht nach Beiträge „hoch-geregelt“, nicht aber die Leistungen angehoben.
Für alle Personen, die sich mit dem Thema Umsetzung eines Businessplan beschäftigen und ggf. noch nicht wissen, was die Berufsgenossenschaft für den Unternehmer bedeutet, hier grob zusammengefasst: Bei Versicherungspflicht, von der selbständige Unternehmer in Abhängigkeit von Tätigkeit und Branche sowie der Anzahl der Mitarbeiter betroffen sein können, ist je nach Umsatz bzw. Lohnsumme ein Beitrag zu entrichten. Dieser wird u. a. für Prävention und Rehabilitation in Bezug auf Arbeitsunfälle verwendet.
Insgesamt löblich, bedeutet dies für nicht wenige Selbständige und Personen, die eine Existenzgründung planen, jedoch eine enorme finanzielle Belastung. Mit verantwortlich hierfür sind die kostenintensiven Strukturen und teilweise ineffektiven Verwaltungsakte der Berufsgenossenschaften. Mit der o. g. Organisationsreform wird aber nochmals nachgelegt. Ziel ist dabei u. a. die Angleichung der Beitragssätze. Hohe Beiträge zahlen derzeit Gewerbe mit überdurchschnittlichen Unfallrisiken (z. B. die Hüttenindustrie und der Bergbau). Da diese jedoch in letzter Zeit verstärkt Stellen abgebaut hatten und die Lohnsumme entsprechend sank, stieg der Beitragssatz im Gegenzug stark an. Dem soll mit einer Erhöhung der Beiträge bei den risikoarmen Branchen entgegengewirkt werden, was die Senkung bzw. Stabilisierung der Beiträge in den risikoreichen Branchen zu Folge haben soll.
Es geht den Verantwortlichen an der Stelle scheinbar nicht um eine Absenkung der Belastung, sondern um die Zementierung des Status quo. Für den Laien völlig unverständlich, denn sinkt die Zahl der Beschäftigten, sollte auch – zumal die Vorsorge wahrscheinlich noch nie so gut war, wie das heutzutage der Fall ist – die Zahl der Unfälle abnehmen. Dieser Vorteil soll anscheinend nicht an die Versichertengemeinschaft weitergegeben werden, was dem Ruf, die BGs seien Selbstverwaltungen, nicht eben entgegenwirkt und uns in der Überzeugung, die gesetzlichen Unfallversicherungsträger in Form einer Versicherungspflicht abzuschaffen, bestärkt. Ohne betriebswirtschaftlichen Druck wird sich an der aktuellen Situation leider nichts ändern, was auch auf lange Sicht steigende Beiträge zur Folge haben dürfte.