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Serie Businessplan

Johann hat heute vor einer Woche eine Serie zum Thema Businessplan gestartet. Wir haben vereinbart, dass ich mich in die Diskussion einmische, was ich dann ab heute auch machen werde. Fassen wir erstmal zusammen, was die letzten 8 Tage passiert ist:

1. Teil: Wozu dient der Businessplan?

Johann schreibt dazu u. a.:

"Das Resultat eines erfolgreichen Businessplans ist ein neues Unternehmen, das gut aufgestellt ist, über ausreichende finanzielle Mittel verfügt und mit einem sorgfältig ausgewählten Team und starken Partnern zu arbeiten beginnt. Der Kundennutzen ist erkennbar, und der Vertrieb führt das Produkt oder die Dienstleistung zum Erfolg. Die Art und Weise, wie das junge Unternehmen an die Aufgabenstellungen herangeht, weckt bei Mitarbeitern und Kunden Begeisterung. Dies führt zur Mundpropaganda, und die Entwicklung gewinnt an Dynamik."

Meine Meinung dazu:

Die Zielgruppe auf welche dies zutrifft ist extrem klein, 99% aller Gründer werden dieses Stadium nie erreichen und 95% wollen es auch garnicht erreichen. Die deutliche Mehrheit der Gründer startet mit einer freiberuflichen oder gewerblichen Einzelunternehmung und benötigt den Businessplan nur für sich selbst und für Fördermittel wie den Gründungszuschuss oder das Einstiegsgeld. Die Aussagen von Johann passen aber dennoch für ein kleine Minderheit von Gründern.

2. Teil: Brauche ich überhaupt einen Businessplan?

Johann schreibt dazu u. a.:

"Einen Businessplan brauchen Sie vor allem für sich selbst. Er ist Ihre definitive und einzige Entscheidungsgrundlage. Er gibt Ihnen Sicherheit in der Startphase ihres Unternehmens. Er gibt Auskunft darüber, ob Sie starten sollten, was Sie für den Start brauchen, was sie wann erreichen sollten, welche Erfolgsaussichten Sie haben, was in unvorhergesehenen Fällen zu tun ist und vieles mehr."

Meine Meinung dazu: Korrekt ;-) und zwar gilt das für die Existenzgründung von "Hausmeister Krause" genauso wie für eine geplante Aktiengesellschaft: Korrekt!

3. Teil: Wie sinnvoll sind Gratis Downloads, Muster oder Vorlagen?

Johann schreibt dazu u. a.:

 "Wir sind von Geschäftemachern umgeben, die ihr Geld damit verdienen, uns leere Versprechungen zu machen. Von Nichts kommt Nichts."

Meine Meinung dazu (etwas ausführlicher):
Siehe auch meine Meinung zum 1. Teil, dies ist richtig für eine kleine Minderheit von Gründern, wer beispielsweise ein Online StartUp plant und denkt er kann seine Geschäftsidee dafür bei ebay für 10 Euro ersteigern, wird damit nicht weit kommen. Für die anderen 95% der Gründer die einen Businessplan benötigen, sind diese Vorlagen oder Muster die einzig sinnvolle und bezahlbare Hilfe, denn nur sie führen dazu, dass der Gründer sich überhaupt mit dem Businessplan auseinandersetzt. Ich weiß nicht genau wie das bei Johann in Österreich geregelt ist, aber in Deutschland gab es beispielsweise letztes Jahr 200.000 aus der Arbeitslosigkeit heraus geförderte Gründungen. Vorraussetzung dafür war u. a. das Einreichen eines Businessplans. Und da es in Deutschland gleichzeitig Coachinggelder gibt, die oftmals für die Businessplan Erstellung verwendet werden, war bei vielen Gründern das Ergebnis die Aussage "meinen Businessplan schreibt mein Berater".

Diese Gründer wissen teilweise überhaupt nicht, was in Ihrem Businessplan drinsteht, dennoch werden die Fördermittel bewilligt und der Berater bekommt sein Coachingggeld.Während die anderen Gründer, welche eine Businessplan Vorlage oder ein Businessplan Muster genutzt haben, sich zumindest beim "Umschreiben" von Muster und Vorlage mit ihrem Businessplan beschäftigen. Darüber hinaus mus man natürlich sagen, dass der Großteil der Gründer nicht bei jedem Businessplan das Rad neu erfinden muss, also Büroservice Meyer in Stuttgart macht wohl ungefähr den gleichen Job wie Büroservice Müller in München, und wenn Meyer da den Plan von Müller als kostenfreie oder sehr günstige Vorlage nimmt, dann ist das völlig ausreichend und vor allem dem Budget von Gründern angepasst, dass i. d. R. bei Existenzgründung gegen 0 geht.

Natürlich liest sowas die Beraterbranche nicht gern, die den Businessplan von Meyer dem Gründer Müller lieber für 1.000 oder mehr Euro verkaufen möchte, und für die Erstellung auch nur eine Vorlage nutzt. Aber ich kann mit dieser Herangehensweise nichts anfangen, weil der Gründer dabei für seine 1.000 Euro (oder mehr) auch nur ein Standardprodukt bekommt. Den ich kenne keinen Berater, der bei der Businessplanerstellung nicht auch auf Standardmodule (also Vorlagen) zurückgreift, um beispielsweise bei der Rechtsform zu erklären, was eine GbR oder GmbH ist. Also Vorlagen oder Muster müssen (für den Gründer) nicht immer negativ sein, sondern sie sind vor allem preiswert und effektiv, nicht umsonst wird es beispielsweise bei der geplanten Mini GmbH eine Mustersatzung geben. Auch wenn das die Anwälte und Notare, die bisher für viel Geld dem Gründer "individuelle" Satzungen gegeben haben (die als Standardvorlage in der Schublade liegen...) nicht freut. Und gleiches gilt für den Businessplan: Alle, die hier Standardleistungen als Individuell verkaufen, ziehen dem Gründer das Geld aus der Tasche, wenn dafür überhaupt welches drin ist. Das gilt wie schon geschrieben für 99% alle Gründungen, sicher gibt es noch das weitere 1%, für die es durchaus sinnvoll sein kann, auch mal 1.000 Euro für einen Businessplan auszugeben.

Ok, Johann hat natürlich schon 5 weitere Teile zum Businessplan veröffentlicht und ich werde diese die nächsten Tage mit aufarbeiten.